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Abschneiden Mecklenburg-Vorpommerns im Bildungsmonitor 2025: Mecklenburg-Vorpommern steigt auf Platz 9

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Mecklenburg-Vorpommern steigt beim INSM-Bildungsmonitor 2025* unter den 16 Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr um ganze vier Plätze auf und erreicht Rang neun. „Das Land macht mit guten Ansätzen einen großen Sprung nach vorn, allerdings weiter begleitet von Defiziten“, konstatiert Thomas Küll, Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte bei NORDMETALL und AGV NORD.

Der Nordosten verfügt über deutliche Stärken im Bereich Forschung an Hochschulen. So sind etwa 7,3 Prozent der Hochschulabschlüsse Promotionen (2 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt). Auch der Anteil der Forscherinnen und Forscher an Hochschulen gemessen am BIP liegt deutlich über dem Schnitt. Das Bild trübt aber der erschreckend niedrige Anteil an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit MINT-Schwerpunkt (mit rund 25% der niedrigste Wert aller Bundesländer). Auch der Anteil an Absolventinnen und Absolventen mit ingenieurwissenschaftlichem Studium an allen Absolventen liegt mit 11 Prozent weit unter dem Bundesdurchschnitt (16,7).

11,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen erreichten im Jahr 2022 laut der Erhebung nicht den Mindeststandard des vorausgesetzten Leistungsniveaus. Das ist weniger als im Bundesdurchschnitt (15,2 Prozent), aber dennoch zu viel. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch, dass rund 10 Prozent der jungen Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen. Im Bundesschnitt sind es 7 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommern macht im Bereich der Integration vieles richtig und schließt in diesem Segment auf Platz 4 ab. So ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem individuellen Bildungserfolg geringer als in anderen

Bundesländern. Auch die Studienberechtigungsquote ausländischer Jugendlicher liegt zwei Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Getrübt wird dieses positive Bild allerdings dadurch, dass im Jahr 2023 19,6 Prozent der ausländischen Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen haben.

Rund 74 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder waren 2024 im Kita-Ganztag untergebracht. Das sind fast 30 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt und spricht für eine überdurchschnittlich gute Förderinfrastruktur. Ähnlich hervorragend konnte Mecklenburg-Vorpommern die Ganztagsangebote in der Sekundarstufe I umsetzen (72 Prozent zu 48 Prozent im Bundesdurchschnitt).

Gleichwohl muss attestiert werden, dass in den Kitas die Relation zwischen Erzieherinnen und Erziehern und den Kindern deutlich schlechter ist. Ein Erzieher betreut im Nordosten drei Kinder mehr als im Bundesdurchschnitt. Auch die Relation des Personals zu Kindern in Grundschulen, der Sekundarstufe I (ohne Gymnasium), der Sekundarstufe II sowie beruflichen Schulen liegt weit unter dem Durchschnitt, im Bereich der beruflichen Schulen sogar auf dem letzten Platz.

Mecklenburg-Vorpommern hat ein deutliches Problem mit Ausbildungsabbrüchen (34,1 Prozent), dem hohen Absolventenalter auf Hochschulen (26,5 Jahre) sowie den Wiederholerquoten in Grundschulen (0,7 Prozent) und der Sekundarstufe I (4,5 Prozent). Dadurch starten die jungen Leute später in den Arbeitsmarkt als andernorts.

Insgesamt sind die Ausgaben in den Bereichen Grundschulen, sonstigen allgemeinbildenden Schulen sowie Teilzeit-Berufsschulen vergleichsweise niedrig.

Thomas Küll, der auch Mitglied der Geschäftsleitung von NORDMETALL und AGV NORD ist, resümiert:

„Mecklenburg-Vorpommern verfolgt gute Ansätze und bewegt sich im Bundesvergleich in einzelnen Disziplinen sogar auf den Spitzenrängen. Besonders erfreulich sind vor dem Hintergrund der regionalen Fachkräftesicherung die guten Bildungschancen für junge Menschen mit sozialen Schwierigkeiten, die guten Zugangsmöglichkeiten zum Studium für ausländische Jugendliche sowie die hervorragenden Ganztagslösungen in der Kita sowie in der Sekundarstufe I. Auch der überdurchschnittliche Anteil an Forscherinnen und Forschern im Hochschulsektor ist beachtlich. Aber all das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land auch große strukturelle Probleme hat: Zu wenige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im MINT-Bereich, zu viele Schul- und Ausbildungsabbrecher, ein zu geringer Anteil an Schülerinnen und Schülern, die das Mindestanforderungsniveau im Lesen, Schreiben sowie Mathematik in der Klasse 9 erreichen – das ist bedenklich. Hier muss dringend gegengesteuert werden, wenn die Nachwuchssicherung in Mecklenburg-Vorpommern künftig gelingen soll.“

Die Detailergebnisse zu Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.

*Hintergrund: Der Bildungsmonitor für alle 16 Bundesländer wird vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln seit 2004 im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt, inzwischen zum 22. Mal. Die anhand von 13 Handlungsfeldern und 98 Indikatoren gefertigte Studie ermittelt, inwieweit ein Bundesland die Bildungsteilhabe verbessert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert 

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