Abschneiden Mecklenburg-Vorpommerns im Bildungsmonitor 2026

Der Norden steigt weiter auf
Mecklenburg-Vorpommern verbessert sich im Bildungsmonitor 2026* um einen Rang auf den 8. Platz unter den 16 deutschen Bundesländern. „Nach dem massiven Sprung nach vorn um vier Plätze im vergangenen Jahr dokumentiert diese Entwicklung strukturelle Verbesserun-gen in der Bildungspolitik“, kommentiert Thomas Küll, Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte und Mitglied der Geschäftsleitung bei NORDMETALL und AGV NORD.
Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild:
Mecklenburg-Vorpommern macht im Bereich der Integration vieles besser als andere Bundesländer. So fällt auf, dass bei Neuntklässlerinnen und -klässlern der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem persönlichen Bildungserfolg relativ gering ist. Darüber hinaus ist die Schulabbrecherquote bei ausländischen Jugendlichen zwar immer noch hoch (19,3 Prozent), aber etwas besser als im Bundesdurchschnitt (20,0 Prozent). Auch ist festzustellen, dass die Studienberechtigtenquote bei jungen, ausländischen Menschen an allgemeinbildenden Schulen mit 9,1 Prozent relativ hoch ausfällt.
Auch in diesem Jahr wird in Mecklenburg-Vorpommern deutlich, wie erfolgreich Ganztagskonzepte umgesetzt werden können: 77,8 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder nutzen einen Ganztagsplatz in der KiTa (fast 30 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt). In den Grundschulen profitieren 74,6 Prozent von den Ganztagsangeboten. In der Sekundarstufe I (SEK I) setzt sich dieser Erfolgskurs mit 74,5 Prozent fort. Beide Werte weisen ebenfalls einen erheblichen Abstand zum Bundesdurchschnitt auf. Dies sind exzellente Rahmenbedingungen, um unter anderem eine erfolgreiche Fachkräftesicherung zu unterstützen.
Dem entgegen stehen schwache Betreuungsbedingungen. So kommen auf eine Betreuungsperson in KiTas acht Kinder. Im Vergleich sind es rund fünf im Bundesdurchschnitt. Bei den beruflichen Teilzeit-Schulen belegt das Land sogar den letzten Platz bei der Schüler-Lehrer-Relation: während eine Lehrkraft in Mecklenburg-Vorpommern rechnerisch rund 38 Schülerinnen und Schüler begleiten muss, sind es im Bundesdurchschnitt lediglich rund 33.
Sehr positiv zu erwähnen ist der hohe Anteil an erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen an den Berufsfachschulen, den Fachoberschulen sowie den Fachschulen (92,4 Prozent zu 80,4) sowie die geringe Quote an unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern im Jahr 2025. Mecklenburg-Vorpommern liegt hier mit rund zwei Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt und setzt damit gute Rahmenbedingungen für gelungenen Fachkräftenachwuchs.
Das Land investiert in Lesekompetenz, denn bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Lesen erreichten lediglich 11,7 Prozent der Neuntklässlerinnen und -klässler nicht den Mindeststandard (Schnitt im Bund: 15,2 Prozent). Ebenfalls ist Mecklenburg-Vorpommern stark in Naturwissenschaften und Mathematik aufgestellt, denn deutlich weniger Neuntklässlerinnen und -klässler zählten in diesen Disziplinen zur Risikogruppe.
Negativ fällt auf, dass in Mecklenburg-Vorpommern rund zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Hier müssen Anstrengungen unternommen werden, um diesen jungen Menschen den Anschluss auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Im Bereich der hochschulischen MINT-Studiengänge steht das Land im Bundesvergleich nicht gut da. Lediglich 11,7 Prozent der Absolventinnen und Absolventen schlossen ein ingenieurwissenschaftliches Studium ab. Im Bundesdurchschnitt waren es 15,9 Prozent. Auch die Relation von MINT-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler im Verhältnis zum gesamten wissenschaftlichen Personal erwies sich als unterdurchschnittlich (23,7 Prozent vs. 33,3). Mecklenburg-Vorpommern entgehen auf diesem Wege gut qualifizierte MINT-Nachwuchskräfte, die in finanziell tragenden Branchen Platz finden könnten.
Konsequenterweise lässt sich feststellen, dass Mecklenburg-Vorpommern im Bereich des Einwerbens von Drittmitteln je Professur einen Wert i.H.v. lediglich 138.900 EUR aufweist. Dem gegenüber steht ein Bundesschnitt von 187.100 EUR. Auch die Ausgaben je Forscherin und Forscher an Hochschulen liegt deutlich unter dem Schnitt (143.100 EUR im Land zu 151.300 EUR im Bundesdurchschnitt).
Thomas Küll, Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte und Mitglied der Geschäftsleitung bei NORDMETALL und AGV NORD, resümiert:
„Der Bildungsmonitor 2026 zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern in wichtigen Bereichen eine erfreuliche Entwicklung nimmt. Gute Leistungen bei den schulischen Basiskompetenzen, eine hohe Chancengerechtigkeit und der konsequente Ausbau der Ganztagsbetreuung schaffen eine solide Grundlage für die Fachkräftesicherung von morgen. Jedoch müssen wir auch festhalten, dass noch immer zu viele junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen und dass gerade in den MINT-Fächern sowie in der Forschungsfinanzierung wichtige Potenziale ungenutzt bleiben. Für einen Industriestandort, der auch auf Innovation und technologische Entwicklung angewiesen ist, sind dies zentrale Handlungsfelder.
Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um mehr in eine nachhaltige MINT-Bildung zu investieren und sie weiterhin strukturell zu stärken. Entlang der gesamten Bildungskette und unter Einbezug des starken Bildungsnetzwerkes, das Mecklenburg-Vorpommern bereits heute hat.“
Die Detailergebnisse zu Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.