MV Plan 2035: Investitionen in den Erhalt des hiesigen Mittelstandes wären auch Investitionen in die Zukunft
Die Ergebnisse des MV Investitionsgipfels vom 15. Juli 2025 liegen vor. Der sogenannte "MV-Plan 2035" verteilt nun 1,92 Mrd. Euro in Mecklenburg-Vorpommern für die Landes- und kommunale Ebene.
Aus unserer Sicht fehlt es an einem Blick auf die gesamte regionale mittelständische Wirtschaft, die in vielen Bereichen derzeit mit Problemen zu kämpfen hat. Unternehmensschließungen, Verkäufe an Investoren, Standortverlagerungen, Rückzug aus unserer Region bis hin zu Insolvenzen finden permanent statt. Auch hier zu unterstützen und unsere Wirtschaftsstruktur zu erhalten, wäre eine wichtige Investition in die Zukunft. Gerade die Unternehmen im ländlichen Raum tragen dazu bei, dass es dort lebenswert bleibt und Arbeitsplätze zu finden sind. Sie leisten zudem vielfach Beiträge für den Erhalt des gesellschaftlichen Lebens, indem die KITA, das Dorffest oder der Sportverein unterstützt wird.
Zur Unterstützung dieser Firmen werden nicht ansatzweise die Summen benötigt, die Werften und Co zu ihrer Rettung erhalten haben. Es geht auch nicht immer nur um Förderung von Investitionen, Innovationen, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit. Oftmals ist es viel profaner, Unternehmen mit guten Produkten, Dienstleistungen und Kunden geht nach drei Jahren Dauerkrise die Liquidität aus, um eigenständig schwierigere Monate zu überstehen. Und die Banken helfen oft nicht mehr…
Unser Ansatz und Forderung an die Politik: ein Konsolidierungsfonds MV sollte wieder aufgelegt werden, der kleinen und mittelständischen Unternehmen hilft, Krisenzeiten zu überstehen.
Unternehmerverbands-Präsident Matthias Kunze: „Es ist lobenswert, dass die Gipfel-Teilnehmenden Wert darauf legten, dass unsere regionale Wirtschaft bestmöglich von den im MV-Plan 2035 vorgesehenen öffentlichen Auftragsvergaben partizipiert und die Wert-Schöpfung im Land bleibt. Dazu müssen jedoch noch genügend Unternehmen existieren, die diese Aufträge umsetzen können und vor allem Vergabeverfahren durch Behörden so gestaltet werden, dass eine Beteiligung hiesiger kleinerer Unternehmen möglich ist.“
Aktuell sieht die Realität anders aus. Es entscheidet in den Vergabeverfahren der Einfachheit halber oft der günstigste Preis. So ist es für kleine und mittelständische Unternehmen unter Berücksichtigung der aufwärts zeigenden Lohnspirale sowie der immensen Bürokratieanforderungen bei einer öffentlichen Ausschreibung kaum noch zu schaffen, sich zu beteiligen. Ganz zu schweigen davon, ob so ein Auftrag am Ende überhaupt noch als wirtschaftlich zu betrachten ist. Wenn man dazu Nachhaltigkeit ernst nehmen würde, müssten auch kurze Liefer- und Transportwege zählen.
Es braucht endlich echte und spürbare Entlastungen, was die bürokratischen Anforderungen betrifft, inklusive mehr Vertrauen und Spielraum für die Wirtschaft. So ist auch im Papier des MV-Plan 2035 der überaus wichtige Satz zu finden: "Mehr Investitionen und Staatsmodernisierung müssen Hand in Hand gehen."