VU Umfrage zum Jahresausblick 2026 | Awareness Kampagne "Zuwanderung wirkt!"
Die Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern blicken mit verhaltenen Erwartungen auf das Jahr 2026. Die Ergebnisse der alljährlichen Umfrage der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e. V. (VU) zum wirtschaftlichen Ausblick zeigen: Die Stimmung in den Unternehmen bleibt gedämpft. Die Mehrheit rechnet mit einer gleichbleibenden wirtschaftlichen Lage, stagnierenden Umsätzen, stabiler, aber gefährdeter Beschäftigung sowie weiter zurückhaltenden Investitionen.
Damit verfestigt sich der bereits 2025 beobachtete Trend. Viele Unternehmen sichern ihre bestehenden Strukturen, stellen größere Investitions- und Expansionsentscheidungen jedoch erneut zurück. Diese Zurückhaltung ist kein Ausdruck mangelnder Bereitschaft, sondern Folge fehlender Planungssicherheit und unzureichender wirtschaftspolitischer Impulse.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass Mecklenburg-Vorpommern bei Beschäftigung und teilweise bei der Stabilität der wirtschaftlichen Lage derzeit noch etwas besser dasteht als die Gesamtwirtschaft in Deutschland. Dieser relative Vorteil darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch das Land vom bundesweiten Investitions- und Wachstumsschwächetrend erfasst ist.
„Stabilität auf niedrigem BIP-Niveau schafft weder steigende Einkommen noch die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum. Unsere Unternehmen halten das Niveau, aber sie entwickeln es nicht weiter“, erklärt Lars Schwarz, Arbeitgeberpräsident der Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern. „Ohne Investitionen gibt es kein Wachstum – und ohne Wachstum verliert der Standort an Zukunftsfähigkeit.“
Vor diesem Hintergrund stehen Land und Bund weiterhin klar in der Verantwortung. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern muss Investitionen nicht nur ankündigen, sondern auch ermöglichen. Erforderlich sind deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, der Abbau bürokratischer Hürden sowie eine verlässliche Energie- und Standortpolitik. Unternehmen brauchen Planungssicherheit – keine weiteren Verzögerungen.
Die Bundesregierung ist gefordert, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spürbar zu verbessern. Dazu gehören wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen, zukunftsfeste und bezahlbare Sozial- und Rentenversicherungssysteme, verlässliche Energiepreise sowie ein konsequenter Abbau von Regulierung und Berichtspflichten.
„Die anhaltend schlechte Stimmung im Land überrascht nicht. Viele Menschen spüren Verunsicherung, erleben Stillstand und haben das Gefühl, dass Probleme zu lange aufgeschoben wurden.“, so der Arbeitgeberpräsident. Erste Schritte der Koalition in Berlin weisen in die richtige Richtung, reichen aber bei Weitem nicht aus, um neue Wachstumsimpulse zu setzen. Auch die Fachkräfteeinwanderung muss weiter vereinfacht und beschleunigt werden.
Die aktuelle Umfrage zeigt die wachsende Bedeutung internationaler Arbeits- und Fachkräfte auf. Mehr als ein Drittel der Unternehmen beschäftigt Mitarbeitende aus dem Ausland. In einzelnen Branchen – insbesondere im Tourismus, im Garten- und Landschaftsbau sowie bei Arbeitsmarkt- und Bildungsdienstleistern – liegt der Anteil der Betriebe bei bis zu 90 Prozent. Internationale Beschäftigte sichern vor allem operative Fach- und Assistenzfunktionen, gewinnen aber auch in qualifizierten und technischen Tätigkeitsfeldern an Bedeutung. Lars Schwarz: „Die Bevölkerung unseres Bundeslandes ist, im Durchschnitt, deutschlandweit die älteste. Der demografische Wandel ist in MV schon jetzt mit voller Wucht spürbar.“
Zuwanderung wirkt!
„Zuwanderung ist längst eine tragende Säule der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, so Schwarz. „Ohne internationale Beschäftigte wäre wirtschaftliche Stabilität in vielen Betrieben nicht mehr möglich. Sie sind eine zentrale Ressource, um Versorgung zu sichern, Strukturen zu erhalten und Zukunftsfähigkeit zu ermöglichen.“
Um dieser Realität Sichtbarkeit zu geben, startet die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e. V. eine landesweite Kampagne, die den Beitrag internationaler Arbeits- und Fachkräfte in den Mittelpunkt stellt.
Unter dem Leitmotiv „Zuwanderung wirkt – in Betrieben, nicht in Debatten“ richtet die Kampagne den Fokus bewusst dorthin, wo wirtschaftliche Realität täglich gelebt wird: in den Betrieben Mecklenburg-Vorpommerns. Unternehmerinnen und Unternehmer geben dieser Haltung eine Stimme, indem sie zeigen, was sie tagtäglich erleben: Zuwanderung ist kein abstraktes Konzept, sondern gelebter Alltag.
Statt theoretischer Diskussionen stehen reale Geschichten im Mittelpunkt – von Unternehmen, die dank zugewanderter Fachkräfte bestehen bleiben, und von Regionen, die Zukunft gestalten können, weil Menschen aus aller Welt sich entschieden haben, hier zu arbeiten, zu leben und zu bleiben.
Mit der Leitbotschaft „Wer macht deinen Alltag – heute und morgen – möglich? Das Rückgrat unserer Wirtschaft spricht viele Sprachen.“ rückt die Kampagne bewusst diejenigen in den Mittelpunkt, die selten im Rampenlicht stehen. Nicht Unternehmen, sondern die Fachkräfte selbst werden sichtbar – als Menschen, nicht als Funktionen. Sie verkörpern Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Leistungsbereitschaft und stehen für ein Miteinander, das Mecklenburg-Vorpommern stärkt.
Die Kampagne zeigt beispielhaft sechs Unternehmen und sechs Geschichten. Sie wird ab dem 23. Januar 2026 landesweit ausgespielt – online über Facebook, Instagram, LinkedIn, YouTube und TikTok sowie offline in regionalen Anzeigenblättern, auf Out-of-Home-Flächen und in Printmaterialien.
Downloads:
Pressemitteilung_VU_Jahresausblick_2026.pdf (52,4 KiB)